Interview CD Roth zum Start Bundesliga
"Ein Junior pro Mannschaft wäre nicht schlecht"
Bundestrainer Claus-Dieter Roth zum Bundesligaauftakt Luftgewehr
Wiesbaden, 24.10.02 - Im Bundesleistungszentrum Wiesbaden findet zur Zeit ein Lehrgang für künftige Trainer statt. Als Lehrkräfte vermitteln dabei auch die verantwortlichen Bundestrainer für die Gewehrdisziplinen Claus-Dieter Roth (Damen und Herren) sowie Claudia Kulla (Juniorinnen und Junioren) ihr Wissen und Know-how.
Zum Bundesligastart am kommenden Wochenende fragten wir bei Claus-Dieter Roth einmal nach: "Ist die Bundesliga für Sie als verantwortlicher Coach der Nationalmannschaft ein stabilisierender Faktor im Leistungsbereich für Ihre Kaderschützen oder teilen Sie eher die Bedenken derjenigen, die für die Leistungsschützen des DSB zu wenig Erholungspausen im Winter sehen ?"
"Zweifellos ist die Erholungspause, die früher zwischen Kleinkaliber- und Luftgewehrsaison lag, durch die Einführung der Bundesliga nicht mehr existent. Im Oktober beginnen die ersten Wettkämpfe in der höchsten deutschen Liga, das Training dafür entsprechend früher. Es ist daher für viele Schützen schon belastend, denn kaum einer hat auch den Mut, seine Vereinsverantwortlichen zu bitten, die ersten Wettkämpfe zu Erholungszwecken aussetzen zu dürfen. Die Leistungsdichte unter unseren Schützen im Gewehrbereich ist inzwischen so groß, dass auch die Besten in diesem Metier das ganze Jahr über gefordert sind. In dieser Saison jedoch wird die Belastung für die Schützen nicht ganz so extrem, da im Frühjahr keine Luftdruck-EM stattfinden wird."
"Ist die Bundesliga für Sie, wie zum Beispiel in der Luftpistole, eine Möglichkeit, neue Talente zu finden und zu beobachten ?"
"Dies mag im Pistolenbereich vielleicht möglich sein, aber bei uns ist das weniger wahrscheinlich. Ich will es nicht ausschließen, dass sich ein Einzelner einmal über die Bundesliga ins Rampenlicht nach vorne schießen kann. Generell ist es bei uns jedoch so, dass wir über unser bewährtes Ranglistensystem den Stamm der Nationalmannschaft rekrutieren."
"Gibt es etwas, was Sie sich als Bundestrainer in Bezug auf die Bundesliga wünschen würden ?"
"Wenn ich mir etwas wünschen dürfte, würde ich im Zuge der Leistungssteigerungen im Nachwuchsbereich gerne sehen, dass jede Bundesligamannschaft zum Beispiel einen Junior oder eine Juniorin im Team haben müsste. Dies würde den oft schwierigen Übergang vom Nachwuchs- auf den Erwachsenenbereich noch stärker fördern, denn wenn in den sechzehn Teams auch sechzehn junge Schützinnen und Schützen stehen würden, käme das unserem C-Kader sicherlich auf sehr effiziente Weise zugute und ist ein Punkt, über den man vielleicht einmal nachdenken sollte."
"Zum Abschluss die Frage nach Ihren Favoriten für die bevorstehende Saison ?"
"Im Norden werden es der Titelverteidiger BSV Buer-Bülse und Vizemeister ABC Münster sein und im Süden halte ich die beiden Clubs aus München und natürlich auch Germania Prittlbach für sehr stark, wobei gerade im Süden eigentlich jeder jeden schlagen kann und das Hauptziel dort wird erst einmal sein, überhaupt das Finale der besten Acht zu erreichen."
Claus-Dieter Roth und Claudia Kulla werden sich am kommenden Wochenende die Auftaktwettkämpfe in Dietzenbach anschauen, um einen ersten Eindruck von der Leistungsstärke der Bundesligamannschaften zu bekommen.



